Landwirtschaft
Eines der bisher ältesten Fotos zum Thema Landwirtschaft stammt aus der Zeit um das Jahr 1925 und wurde uns von der Familie Schürhoff zur Verfügung gestellt. Es zeigt einen Dreschtag auf dem Hof Schürhoff.

Wat isn Dampfmaschin? Da stelle mer uns ma janz dumm un sachen: ‚N Dampfmaschin, dat isn große, runde, schwarze Raum …
(aus Heinz Rühmann: Die Feuerzangenbowle)
Damals war ein Dreschtag für die Bauern noch ein richtiges Ereignis. Der Unternehmer Ludwig Baumholt aus dem Dernekamp fuhr mit seiner Dampfmaschine vor. Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe wurden von den umliegenden Gehöften die Knechte und Mägde zusammengetrommelt, die die erforderlichen Arbeiten verrichteten. Die Dreschmaschine spuckte aus den in der Regel vier Auslässen das Getreide in die Eineinhalbzentnersäcke. Das war Schwerstarbeit im Akkord für jeden Knecht, der am Auslass seinen Dienst verrichtete.
Aber auch in der Küche ging es hoch her, waren doch bis zu 20 hungrige Mäuler zu stopfen. Zu diesen Anlässen gab es in Börnste meistens Erbsensuppe und Weizenpfannekuchen.
Gartenbau
„Dülmerer Schnittblumen“
(Börnste 2)
In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts war Albert Mähl Pächter des Gärtnereibetriebs, der nach dem letzten Weltkrieg errichtet wurde. Aus dieser Zeit stammen die zwei folgenden Fotos:


Rosen, Gerbera und Calla wuchsen unter den Börnster Glasdächern prächtig. Das zu einem dekorativen Strauß gehörene Grün (Asparagus Plumosus) wurde gleich mit angebaut und mittels Versandhandel in alle Himmelsrichtungen verschickt. Anfang der 60er Jahre endete die Betriebstätigkeit.
Baumschule
Die Baumschule Trahe & Abel ist in Börnste 77 zu finden.
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Fertigung
Jeder fängt mal klein an. Auch die Firma Lütkenhaus in Börnste.

Mittlerweile ist das Betriebsgelände etwas gewachsen. Mehr Informationen findet ihr auf der Internetseite der Firma Lütkenhaus.
Tourismus
Haus Waldfrieden
Die Wurzeln des Familiensitzes gehen bis auf den 5. Februar 1837 zurück, als der Tagelöhner Heßeler von seinem Arbeitgeber Uhling, später Uhlending, 3 Morgen Heideland in Erbpacht übertragen erhielt. Wenig später wurde das erste Haus gebaut. An Gastronomie war in dieser Zeit noch nicht zu denken. Das änderte sich erst in den Zwaniger Jahren des letzten Jahrhunderts. 1926 heirateten Anton und Anna Rath und bewirtschafteten den kleinen Kotten mit elf Morgen Land. Für die vielen Wanderer, die auf der Fernwanderstrecke vorbeikamen, kochten sie Kaffee, verkauften dazu Schinkenschnittchen und verdienten sich so ein kleines Zubrot. Offiziell starteten 1928 die Anfänge der Gastronomie mit einer sogenannten halben Konzession für Bier, Kaffee und alkoholfreie Getränke. 1949 fand das erste Börnster Nachkriegsschützenfest bei Rath (Haus Waldfrieden) statt.
Bis Ende der 50er Jahre änderte sich an der Struktur des Betriebes wenig.

Erst mit dem Wirtschaftswunder (womit nicht unbedingt die Kneipenwirtschaft gemeint ist) der 60er Jahre und der Einheirat von Dieter Knepper nahm der Gastronomiebetrieb einen rasanten Aufschwung, der bis heute anhält und in vierter Generation geführt wird. Mehr findet ihr auf der Internetseite des Haus Waldfrieden.
Eisenbahn
Im November 1874 begannen in Dortmund die Arbeiten für die Bahnstrecke Dortmund – Enschede. Nachdem am 15. Juni 1875 die Strecke Dülmen – Dortmund dem Verkehr übergeben wurde, fuhren wenig später die ersten Züge durch Börnste. Die Bahnstrecke Dülmen Ost – Coesfeld der Dortmund – Gronau – Enscheder Eisenbahngesellschaft mit einer Länge von 16,37 km wurde am 1. August 1875 eröffnet. Sie durchschneidet seitdem unsere Bauerschaft von Südost nach Nordost. Ende September 1875 konnte man bereits bis Gronau reisen, am 15. Oktober 1875 waren die Schienen bis zum Endpunkt Enschede gelegt.
Für die Verkehrsanbindung der Region Dülmen war sie von zentraler Bedeutung, sicher vergleichbar mit der Autobahn A 43, die 110 Jahre später gebaut wurde.
Erste Vertragsverhandlungen zum Ankauf notwendiger Flächen zogen sich auch damals schon über Jahre hin. Nicht alle Besitzer gaben leichten Herzens dem Ruf nach, für die weitere Industrialisierung und Vernetzung der Städte ihr Eigentum herzugeben.
Ein Dokument aus dieser Zeit ist der Kaufvertrag zwischen Colon Heinrich Kuhmann (dem Urgroßvater von Ludger Kuhmann) und der Dortmund – Gronau – Enscheder Eisenbahn, der am 2. März 1874 unterzeichnet wurde. Über diesen Vertrag wurde seit dem Jahr 1872 verhandelt.
Schule
Die Geschichte der Schule in Börnste
1755: Mit einem Kostenaufwand von 51 Talern wird in Börnste eine Schule erbaut.
Quelle: Vereins- und Heimatchronik, Seite 394, Geschichte der Stadt Dülmen, Seite 708 sowie Stadtarchiv Dülmen, Mskr. Nr. 49 (Josef Bierhorst, Geschichte der katholischen Volksschule Börnste, Seite 5)
1803: Unterrichtsgegenstände in der Bauerschaftsschule sind Religion, Schreiben, Lesen und schriftliche Aufsätze. Es wird allerdings kein Rechnen unterrichtet – vermutlich weil es der Lehrer selbst nicht kann.
Quelle: Geschichte der Stadt Dülmen, Seite 719
1817: Der Lehrer der Börnster Schule erhält keine staatliche Zulage (nach Verördnung 10 Rt.). Grund: Er ist nicht approbirt.
Quelle: Geschichte der Stadt Dülmen, Seite 720
1864: Größe des Schulgebäudes in Börnste: 641 Quadratfuß (= 59.5 qm), 73 Kinder, davon 2 arme Kinder schulgeldfrei, Schulgeld für Sommer- und Wintersemester je 15/10 SGr. dazu Heizungskosten von 4 SGr 2 Pfg. im Wintersemester, 1 Lehrer, eine Lehrerwohnung zu 10 Taler, Gesamtgehalt auf 125 Taler jährlich (Höheres Schulgeld für Bauern und Kötter, niedrigeres für Leibzüchter).
Quelle: Mersmann, Statistische Nachrichten über den Kreis Coesfeld pro 1862/64 (G.A.Hülswitt, Münster 1865)
1.1.1881: Johannes Bockholt (geb. 24.6.1860 in Nordwalde) wird neuer Lehrer in Börnste, er absolvierte sein Lehrerseminar 1878 in Langenhorst.
Quelle: Statistische Übersicht der katholischen Schulen des Regierungsbezirks Münster
Nach amtlichen Materialien zusammengestellt. Schluss 1. Januar 1893.
http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/titleinfo/2338196
1.1.1893: Die Volksschule in Börnste hat 76 Schüler, die in einer Klasse unterrichtet werden.
Quelle: Statistische Übersicht der katholischen Schulen des Regierungsbezirks Münster
Nach amtlichen Materialien zusammengestellt. Schluss 1. Januar 1893.
http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/titleinfo/2338196

