Schützengesellschaft Börnste e.V.

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Auch 1967 ein junger Regent

Bericht der Dülmener Zeitung über das Börnster Schützenfest 1967

In Börnste regieren Wilhelm I und Königin Maria

In Börnste hatten die Schützen am Sonntag Mühe, dem zähen Vogel sein Lebenslicht auszublasen. Der Ehrenvorsitzende, Franz Brambrink, meinte später, der Vogel hätte gut und gern noch 50 Schuß ausgehalten, denn er war nicht geborsten, sondern nach oben von der Stange geschleudert worden. Insgesamt wurden 85 Schuß auf den Holzvogel abgegeben und was niemand so recht geglaubt hatte, der Bruder des alten Königs, Wilhelm Wieschhörster, wurde Börnster König.  Ein gewiß gutes Zeichen, dem alten König muß es während seiner Regentschaft in Börnste so gut gefallen und gegangen sein, daß er seinem Bruder den Tip mit auf den Weg gab, es doch selbst einmal zu versuchen. Wie man auf unserem Bild sieht, hatte sich die Majestät schon kurz nach der Krönung gut in sein neues Amt hereingefunden, natürlich holte er sich noch manchen guten Rat bei seinem Vorgänger. Es bleibt dabei, Börnste wird von einem jungen Königspaar regiert. Königin wurde Maria Lewe. Langeweile kam in Börnste wahrlich nicht auf, man huldigt dort dem alten Brauch, keinen Thron für das regierende Paar im Festzelt einzurichten. Die Majestät ist so gezwungen, sich unter seine Untertanen zu mischen und hat so ausreichend Gelegenheit ihre Wünsche zu erfahren und ihren Anregungen zu folgen. Festwirt Anton Wiemann, durch viele Schützenfeste gut im Tritt, meistert auch die Schwierigkeit, alle Börnster Schützen mit ihren Damen an der Theke zu bedienen. Man kann in dem Moment sagen, daß der Wirt gut organisiert aht, wenn man noch in der vierten Reihe sein Bier bekommt, was im Börnster Fall jederzeit gewährleistet war. Entsprechend war die Stimmung. Franz Brambrink, 22 Jahre Vorsitzender des Börnster Schützenvereins, heute sein Ehrenvorsitzender, war auch der Meinung, daß man die jungen Schützen mal ans Ruder lassen sollte. Probleme bereitete in Börnste nur die anstehende Kreistagssitzung, an der sowohl Franz Brambrink als auch der Vorsitzende Gövert gestern teilnehmen mußten. So waren mit dem Festwirt noch dazu gleich drei Hauptbeteiligte am Börnster Schützenfest gestern für einige Stunden nicht am Tatort.


Aus dem Protokollbuch

In gewohnter Weise begann auch das Schützenfest 1967. Nach dem Gedenkhochamt trafen sich die Schützenbrüder am Festzelt und marschierten kurz nach 1.00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein zur Vogelstange. Dort begann man gleich mit dem Königsschießen, als die üblichen Formalitäten erledigt waren.  Als man nach einiger Zeit zur Donnerbüchse griff, konnte man den stolzen Vogel wenig anhaben. Er war wohl wieder mal aus besonderem Holz geschnitzt. Doch seine Majestät Bernhard verstand es, seine Königswürde zu verteidigen. Nach gezieltem Schuss hob sich der Vogel nach oben von der Stange und fiel in einem Stück zu Boden. Da staunten alle und fragten: was nun. Aber König Bernhard verzichtete auf weitere Regentschaft und überließ deinem Bruder Willi die Königswürde. Willi Wieschhörster wurde hiermit neuer Schützenkönig und erkor sich Fräulein Maria Lewe zur Königin. Gegen 16.30 Uhr wurde das neue Königspaar proklamiert und der Schützenzug marschierte zum Festzelt zurück, wo anschließend der Königstanz den Auftakt zum Festball gab.

Der zweite Schützenfesttag begann mit der Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal. Im Festzelt war die Kinderbelustigung und das Kaffeetrinken der Damen. Die Verlosung erfreute sich wieder einem besonderen Zuspruch. Sie war in diesem Jahr etwas erweitert worden, damkit jeder auf seine Kosten kam. Am Abend begann abermals der Festball, der einige Stunden nach Mitternacht zu Ende ging.


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