Schützengesellschaft Börnste e.V.

Wir sind ein Verein für alle!

Nach dem Vater wurde jetzt der Sohn Regent des Börnster Schützenvereins

Bericht der Dülmener Zeitung über das Börnster Schützenfest 1980

Heinrich Krunke und Margarethe Knepper zum neuen Königspaar proklamiert

Nach gut zwei Stunden war nicht nur die Entscheidung, sondern auch der Vogel von der Stange gefallen. Nach einem plazierten Schuß auf das hölzerne Federvieh wurde Heinrich Krunke neuer Schützenkönig der Börnster Schützen. Als Mitregentin erkor er sich Margarethe Knepper. Mitbewerber hatte es am Sonntag nachmittag zwar mehrere gegeben, aber zum Schluß konnte sich Heinrich Krunke durchsetzen. Zur Traditon soll die Königswürde in der Familie nicht werden, wie die neue Majestät betonte, obwohl sein Vater Bernhard im Jahre 1921/22 in Börnste regiert habe (Anmerkung der Redaktion: Wie man sich täuschen kann, in den Jahren 1987, 2005 und 2012 wurde Heinrich´s Sohn Bernhard König der Börnster).

In den vergangenen Jahren hatte sich das Wetter den Börnster Schützen nicht immer von der besten Seite gezeigt. Dafür wurde der Verein in diesem Jahr durch strahlenden Sonnenschein an den drei „tollen Tagen“ entschädigt. Entsprechend gut war auch die Stimmung.

Mit einem Gottesdienst, zum ersten Mal in der Viktorkirche, am Samstag wurde der Reigen der vielen Schützenfeste in Dülmen eröffnet. Zufrieden äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende Josef Lücke über den Besuch des Gottesdienstes und des Festballes am Abend. 

Mit dem Antreten am nächsten Tag und dem Abholen des alten Königspaares wurde der Sonntag „eingeläutet“. Am Nachmittag wurde das Bombardement auf den Vogel eröffnet. Aus mehreren Bewerbern ging Heinrich Krunke als der Glücklichere hervor. Vielleicht war es auch die ruhigere Hand oder das bessere Auge, nach zwei Stunden hatten die Börnster Schützen ihren neuen König.

Auch am Montag gabe es noch ein volles Programm. Zahlreiche Ehrengäste wie der Erste Beigeordnete Heinrich Schenk, Antonius Lütke-Volksbeck, der stellvertretende Bürgermeister Heinrich Gövert, Dechant Aloys Stüper und der Vorsitzende der Molkereigenossenschaft Dülmen, Theo Kuhmann waren der Einladung zur Gefallenenehrung gefolgt.

Am Nachmittag trafen sich die Damen zu einem gemütlichen Kaffeetrinken. Für die Kinder gab es Limonade und Kuchen. Gut besucht war wie immer die große Verlosung. Am Abend trafen sich nach drei harten Tagen die Schützen noch einmal im Festzelt zum Abschlußball. Es seien drei harte Tage gewesen, konnte man hören, aber sie seien auch wie immer schön gewesen. Zufrieden über den Verlauf äußerte sich nicht nur der Vorstand, sondern auch Festwirt Tons Wiemann, der in diesem Jahr zum 25. Mal die Börnster Schützen betreute. 

„In Börnste ist alle so unkompliziert“, so Anton Wiemann. Die Schützen wären zufrieden, wenn das Zelt sauber, das Bier kalt und die Kellnerinnen schnell seien. Da es in Börnste keinen Thron wie bei anderen Vereinen gebe, spiele sich das ganze Geschehen an der Theke oder auf der Tanzfläche ab. Das Königspaar habe so einen guten Kontakt zu seinen Untertanen.


Aus dem Protokollbuch

Nach der ersten für die Bauerschaft Börnste abgehaltenen Festmesse um 18.30 Uhr in der Viktor-Kirche, an der Vorstand, Fahnenoffiziere und nicht zuletzt zahlreiche Mitbürger der Gemeinde teilnahmen, trafen sich am Abend die Börnster zum ersten „Satz“ des diesjährigen Festes. Die abendliche Veranstaltung war relativ gut besucht. Das Bilderbuchwetter tat hierzu ein übriges.

Aufgrund des ausgefallenen Frühschoppens konnte Franz Wilde am  Sonntagnachmittag dem Königspaar eine wohl 70 Mann zählende, sichtlich erholte, Kompanie melden. Selbst an die 20 Jungschützen waren angetreten. Der Nachmittag bei sonniger Witterung lockte gegenüber den Vorjahren deutlich mehr Schaulustige an. An Bewerbern auf die Königswürde war kein Mangel. Dies gilt insbesondere für die Jungschützen. Sie hatten offenbar den wenigsten Respekt vor dem von Ewald Berning gefertigten Vogel. Dennoch war es Heinz Krunke, der allen mit einem gezielten Schuß zeigte, wie so ein Ding „von der Stange“ zu holen ist; unter dem Jubel der Anwesenden wurde er über den Schützenplatz getragen. Zur Mitregentin erkor er Frau Margret Knepper. Nach längerer Wartezeit, die an geeigneter Stelle von den anwesenden Schützenbrüdern genutzt wurde, konnte das Königspaar 80/81 proklamiert werden. Der abendliche Festball, der anfangs unter Startschwierigkeiten litt, nahm in den späteren Stunden einen heiteren und stimmungsvollen Verlauf. Diese Feststimmung hatte sicherlich nicht nur Gültigkeit für die Feiernden, sie dürfte auch auf den Festwirt übertragbar sein. 

Montag, der dritte Tag für die Aktiven, begann mit dem Antreten um 14.30 Uhr im Festzelt. Es wurde anschließend ein Kranz zum Gedenken an die Gefallenen und Verstorbenen der Bauerschaft am Ehrenmal niedergelegt. Die Gedenkrede hielt in diesem Jahr der erste Beigeordnete der Stadt Dülmen, Herr Schenk.

Die anschließende Kaffeerunde der Frauen war, wie in den Vorjahren, sichtlich gut besucht. Es herrschte auch in diesem Jahr kein Mangel an Gästen. Trotz Preisanhebung wurden auch in diesem Jahr, nicht zuletzt aufgrund der guten Gewinnchancen, die vorhandenen Lose zügig abgesetzt. Die Börnster Kinder ließen sich Kuchen und Sprudel nicht entgehen.

Der Abend bot nochmals den Unverdrossenen Gelegenheit zu einem, im Nachhinein als gemütlich zu bezeichnenden, Zusammensein. So ging auch das Schützenfest 1980 in harmonischem Rahmen zu Ende.


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