Bericht der Dülmener Zeitung über das Börnster Schützenfest 1977
Schlaflose Nächte hat auch das diesjährige Börnster Schützenfest zahlreichen Bürgern der Bauerschaft beschert. Wer kann auch schon ruhig daheim im Bett liegen, wenn im Festzelt Stimmung und Tanz regieren. „Es war ein schönes Fest mit guter Stimmung“, freute sich nach dem guten Verlauf der Vorsitzende des Schützenvereins, Heinrich Gövert.
Beim Festball am Samstag abend konnte das Zelt die vielen Besucher, die auch aus Dülmen-Mitte und anderen Ortsteilen nach Börnste geeilt waren, kaum fassen. Am Sonntag morgen feierten die Schützen und Bürger am Kindergarten mit Dechant Stüper den Festgottesdienst. Nach dem Mittagessen marschierten die Schützen zur Vogelstange, wo bald ein heftiger Kampf entbrannte.
Albert Düppmann gelang schließlich nach hartem Gefecht der entscheidende Treffer. Viele Schaulustige verfolgten bei günstigem Wetter den Kampf um die Königskette.
Als ernsthafte Anwärter auf königliche Würden galten auch Josef Lücke, Eduard Reufer und Heinz Ebbing. Doch Albert Düppmann schoß ihnen vor der Nase den Vogel von der Stange und wurde mit Annette Wessendorf als neues Königspaar proklamiert und bejubelt. Am Sonntag abend wurde im Zelt erneut feste gefeiert.
Der Montag nachmittag begann für die Schützen mit der Gefallenenehrung. Beigeordneter Rüdiger Sobirey von der Stadt Dülmen sah in dieser Gedenkstunde keine Anstandsverpflichtung, sondern betrachtete es als vornehme Aufgae, ihr Weihe und Würde zu geben. Die Generation derer, die das schreckliche Kriegsgeschehen erlebt und überlebt hätten, sterbe langsam aus. Darum sei es besonders für die jüngere Generation Verpflichtung, den Tag als Mahnung zu begehen. Es sei nur glaubhaft, wer sich aktiv für den Erhalt des Friedens einsetze. Friede sei mehr als nur frei sein. Ausschlaggebend sei die geistige Haltung zu anderen Menschen und Völkern.
Die Damen waren danach zum gemeinsamen Kaffeetrinken eingeladen. Auch bei der älteren Generation findet dieser Nachmittag, verbunden mit einer attraktiven Verlosung, stets guten Zuspruch. Heinrich Gövert begrüßte auch Dechant Stüper und bat bei dieser Gelegenheit, den Börnster Kindergarten unbedingt zu erhalten.
Abends gab es dann den „Rest vom Schützenfest“. Nach und nach stellten sich die „müden Krieger“ ein und belagerten noch bis spät in die Nacht Theke und Tanzfläche.
Aus dem Protokollbuch
Am Samstag, den 14. Mai 1977 trafen sich die Börnster mit zahlreichen Gästen aus den umliegenden Gemeinden, um den ersten Abend des diesjährigen Schützenfestes zu begehen. Es herrschte weder ein Mangel an musikalischer Mitwirkung noch eine Gefahr für trockene Kehlen, lediglich die Füße der Teilnehmer hatten erhebliche Schwierigkeiten, eine freie Standfläche auf dem unebenen Boden zu finden.
Nur wenige Stunden Schlaf verblieben bis zum nächsten Punkt im reichhaltigen Programm: Messe im Kindergarten und anschließender Frühschoppen. Sowohl bei der Messe als auch beim Frühschoppen war eine rege Teilnahme festzustellen.
Nach kurzer Erholungspause traten die Aktiven an, um den noch unversehrten Vogel von der Stange zu holen. Nach einem harten Ringen und einem gezielten Schuß machte Albert Düppmann dem zerrupften Vogel ein Ende. Als Mitregentin erkor er sich Annette Wessendorf. Auch der anschließende Königsball war, wie schon der Abend zuvor, ein voller Erfolg. Am Nachmittag des darauf folgenden Tages traten die Mitglieder zur anschließenden Gefallenenehrung an.
Nach der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal sowie einer Ansprache des Herrn Beigeordneten Lobirei wurde der Nachmittag mit dem Kaffeetrinken der Damen und Ehrengäste und einer Verlosung beendet. Mit dem abendlichen Festball, der bis in die frühen Morgenstunden andauerte, fand das diesjährige Schützenfest seinen Abschluss.








